Ein Staatsfonds für die Schweiz. Natonalbank - keine gute Idee? Doch, wenn...

13.06.2017 07:23

Was soll die SNB mit ihren Devisenreserven anstellen? Diese Frage beschäftigt ab und an Politiker, und nicht nur weil sich allenfalls dort politisches Kapital einsetzen lässt, Ökonomen und gutmeinende Dienstleister. Die Idee, die SNB mittels eines Staatsfonds zur aktiven Bewirtschaftung dieser Reserven anzuhalten, stösst aber mehrheitlich auf Ablehnung (so auch neulich von Peter Fischer in der NZZ). Zu politisch könnte die Sache werden, zu risikoreich die Ausgestaltung, aber vorallem - und dies zu Recht - eine Gefahr für die Unabhängigkeit der SNB könnte entstehen.

In einer gewissen Ausgestaltung allerdings macht ein Staatsfonds durchaus Sinn: Seit Januar 2015 kämpft die Wirtschaft, wenn auch viel erfolgreicher als erwartet, gegen die Frankenstärke. Das ganze Ausland will Franken, sieht man sich in Europa und überall in der Welt um, weiss jeder wieso. Wieso geben wir den nicht einfach her? Warum so zurückhaltend mittels Deviseninterventionen mittelbar den Franken schwächen? Die SNB könnte stattdessen, mittels eines Staatsfonds, im Ausland investieren, Aktien- und Obligationenpakete von ausländischen Unternehmen kaufen und das mit der beliebten Schweizer Währung bezahlen. Zu fantastisch? Oh nein, genau dies treiben auch andere Staatsbanken teils im grossen Stil, und nicht nur die Bank of England (wofür sie teils kritisiert wird). Unter gewissen Bedingungen wäre ein SNB-Staatsfonds für ausländische Wertpapiere durchaus sinnvoll.

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