Wo der völker-moralische Unterschied zwischen Hinrichtungen in den USA und China liegt

07.09.2014 19:21

Seit einigen Monaten kämpfen die Hinrichtungsadministrationen einiger US-Bundesstaaten mit Nachschubproblemen: Die (zwar auch beschränkt zuverlässigen) altbewährten Bestandteile der Giftspritze sind für diesen "Anwenderkreis" nicht mehr erhältlich. Darum pröbeln sie - man kann es nicht anders nennen - ein wenig mit Substanzen und Mischverhältnissen herum; mit haarsträubendem Erfolg (eine Zusammenfassung: https://www.deathpenaltyinfo.org/some-examples-post-furman-botched-executions, neueste Einträge beachten).

Man kann über die Todesstrafe denken was man will - China exekutiert, Thailand tut es und viele andere Staaten auch. Aber es gibt einen ekelerregenden Unterschied zu den USA: Mit Fanfaren zieht Präsident Obama, wie seine Vorgänger, in der Welt herum und bezichtigt andere Staaten menschenverachtender
Haltung, teilt die Welt wie Moses das Meer in Gut und Böse. Bei ihm zu Hause übersieht er dafür mit erstaunlichem Geschick Verstösse gegen Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit, unterschreibt Staatsakte, die die jahrhundertealten juristischen  Grundfesten der USA der Lächerlichkeit preisgeben (https://www.spiegel.de/politik/ausland/guantanamo-obamas-anti-terror-gesetz-empoert-buergerrechtler-a-807132.html). Der Unterschied zu China und den anderen Staaten mit Todesstrafen liegt im Zynismus, der hier zu Tage tritt: China verstösst gegen unsere Prinzipien (wohlgemerkt nicht gegen seine Eigenen), die USA aber gegen solche, die sie immer wieder gern als gemeinsame Basis der westlichen Welt hervorheben, massgebend dann, wenn sie wieder zum internationalen Pakt gegen Böses rufen.

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